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Trumix.com : Podcast : Die Stimme der freien Welt

Die Stimme der freien Welt

Language: German
Category: Society and Culture /
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Weblog with Podcast from Berlin, Germany in german language.

Die Stimme der freien Welt|Das Testessen Episode

Zwillinge (lat.: gemini) sind genau zwei Kinder einer Mutter, dieinnerhalb der gleichen Schwangerschaft herangewachsen sind und in derRegel in Verlauf des gleichen Geburtsvorganges zur Welt kommen.-WikipediaVor l?ngerer Zeit lernte ich eine Frau kennen, die sich durch Charmeund durch eine ?berdurchschnittliche Intelligenz auszeichnete. Dadiese Kombination ja nicht h?ufig anzutreffen ist und durchaus sehranziehend wirken kann, kam es wie es so h?ufig kommen mu?te: wirverbrachten viel Zeit miteinander und hatten eine ?u?erst reizendeLi?son.Sie wohnte nicht in der gleichen Stadt wie ich, so da? innerhalbkurzer Zeit mein Flugmeilenkonto anwuchs und ich der Lufthansabetr?chtliche Betr?ge in den Rachen warf, um besagte Dame regelm??igbesuchen zu k?nnen.Schnell stellte ich fest, da? bei ihr die eigene Familie einenbesonderen Stellenwert besa?. Das traf jedoch nicht nur auf die Elternzu, die ich ?brigens aufgrund einer traurigen Ironie des Schicksals nieweiter kennenlernen durfte - sondern vielmehr gab es dort eineZwillingsschwester. Zwischen jener und meiner Angebeteten herrschte einebesonders enge Bande.?ber die enge Verbindung zwischen Zwillingen h?rt man ja so einiges,nicht zuletzt sollen diese ja h?ufig zur gleichen Zeit an den gleichenKrankheiten leiden. Ob dem so ist, habe ich nicht eruieren k?nnen,dennoch brachte die enge Bande der beiden naturgem?? eine gro?eNeugier f?r die andere Person mit sich.Sobald einer der Schwestern eine neue m?nnliche Errungenschaft aufihrem Punktekonto verbuchten konnte, stieg nat?rlich die Neugier derjeweils anderen ins Unerme?liche. Wer istes? Woher kommt er? Wasmacht er? Wie ist er? Gepaart ist eine solche Neugier nat?rlich immermit einem gewissen Neid, insbesondere wenn die jeweils andere tempor?rkeinen menschelichen Bettw?rmer auf ihrer Seite verbuchen kann.Daher half nat?rlich nichts, man mu? herausfinden, ob der Neidgerechtfertigt ist oder ob die erste Begutachtung der Beute eher ineinem milden bis mitleidigem L?cheln endet.Ich stellte mich also geistig schon darauf ein, die hochverehrteSchwester, beispielsweise im Rahmen einer gemeinsamen abendlichenAktivit?t einmal kennenzulernen."Abendliche Aktivit?t"war gar nicht soschlecht geraten, aber"gemeinsam"traf es nicht hundertprozentig.Als ich also eines Tages bei der Lebensabschnittsgef?hrtin auf demSofa sitze, bemerkt sie ganz beil?ufig:"Ja, und dann wartet ja nochdas Testessen auf Dich."Ich sehe ein wenig ?berrascht auf und frage:"Testessen?""Ja, das Testessen"sagt sie und gie?t sich noch einen Tee ein. DiesesRitual, so f?hrt sie fort, habe man vor langer, langer Zeiteingef?hrt, um die jeweils neuen Flammen gegenseitig kennenzulernen.Nichts gro?es, man w?rde einfach nur einen Abend zusammen essen gehen- und ich solle mich doch bitte dabei von meiner besten Seite zeigen,damit ich sie nicht vor der Schwester blamiere.Nach meiner Bemerkung, da? ich ausschlie?lich ?ber beste Seitenverf?ge, bin ich einverstanden und auch ein wenig neugierig:"Ja,also: gern. Wann wollen wir denn essen gehen? Heute?""Heute ist gut", antwortet sie."Aber nicht wir - IHR!"."Wie - IHR?"entgegne ich etwas ?berrascht.Nun, um den Charme, die Bildung, den Charakter und dieGentlementauglichkeit des neuen Mannes im Leben der anderen ausgiebigtesten zu k?nnen, w?rde eine Anwesenheit des Partners nur dieTestergebnisse verf?lschen - und das k?nne die Abschlu?bewertung, dienat?rlich dann zu zweit vorgenommen wird, negativ beeinflussen. Undich solle mich tats?chlich ein wenig bem?hen, die letzten Kandidatenwurden bereits nach wenigen Minuten negativ beschieden und dieanschlie?enden Urteile seien dementsprechend hart ausgefallen. DieFrau Schwester sei eben sehr anspruchsvoll."Was f?r ein reizendes Ritual"antworte ich zwar ein wenig ?berrascht,aber nicht unam?siert von der Idee. Sie soll ihrer Schwestermitteilen, da? ich sie heute abend um acht Uhr von zuhause abhole.Und einen Tisch im sch?nsten Restaurant der Stadt solle sie auchgleich reservieren rufe ich ihr zu, bevor ich in die Duscheentschwinde.Als ich die Schwester schlie?lich um acht Uhr abhole, bin ich ?u?erstpositiv ?berrascht. Ein schlankes, gro?es Wesen mit zartem Gesicht,engelsblonden Haaren und sehr geschmackvoller Bekleidung stellt sichmir als die besagte Schwester vor.Ich l?chle sie ?u?erst entz?ckt an, stelle mich h?flich vor, helfe ihrin den Mantel und biete ihr meinen Arm an."Du bist also der neue Gef?hrte meiner Schwester"fragt sieunschuldig, was ich bejahe und den Small Talk mit den vielenGemeinsamkeiten zwischen Zwillingsschwestern er?ffne. Die Fahrt zumRestaurant gestaltet sich bereits als relativ kurzweilig. Schnellwerden Gemeinsamkeiten und Gespr?chsthemen gefunden. Die klassischeMusik und insbesondere Oper hat es ihr besonders angetan."Was f?r einHeimspiel", denke ich mir, l?chele still in mich hinein und denke andie Geliebte zuhause, die wahrscheinlich gerade vor Neugier platzt.Das Amuse geulle l??t unsere musikalische Konversationsreise beimKunstlied von Schubert beginnen, f?hrt uns w?hrend der Suppe ?ber dieVielf?ltigkeiten der Interpretationen von Beethoven-Sonaten undversorgt uns beim Fisch mit einer interessanten Diskussion ?berverschiedene Auff?hrungen von Wagners Tristan.Inzwischen tut auch der Alkolhol zuverl?ssig seine Wirkung. Da dieerste Flasche Chardonnay bereits nachhaltig vernichtet wurde frage ichbei meiner Abendbegleitung nach, ob wir uns denn auch zum Hauptgang nocheine ganze Flasche von diesem exzellenten Brunello g?nnen sollten."Unbedingt"stimmt sie begeistert meinem Vorschlag zu und verweist aufihre hedonistische Lebenseinstellung.Diese Vorlage nutze ich nat?rlich sofort, um mich von den musikalischenGefilden auf etwas pers?nlichere Themen vorzutasten. Zu meinem gro?enErstaunen gelingt dies besser als erwartet. So gelangen wir zwischen demRehn??chen-Hauptgang und Topfenstrudeldessert zielsicher zu pikanteren,man k?nnte sagen, erotischen Themen.Einige Stunden und nichtendenwollende Nachtische sp?ter stelle ich fest,da? wir die einzigen noch verbleibenden G?ste im Restaurant sind. Nurder hohe Betrag der Rechnung - und wahrscheinlichauch die Hoffnung aufein ad?quates Trinkgeld - verbietet es den dienstbaren Geistern derLokalit?t bereits mit den Hufen zu scharren.Viele Stunden sp?ter ?ffne ich ihr die T?r zum Taxi, lasse sieeinsteigen und setze mich in den Fond des Wagens neben ihr. Trotzihrer Contenance ist der Alkolholeinflu? auf beiden Seiten, gepaartmit dem ?u?erst erfreulichen Abendverlauf, nicht zu leugnen.Als wir nach einer - zumindestens f?r uns beide - am?santen Fahrtschlie?lich vor ihrer T?r ankommen, h?lt der nicht ganz so am?sierteTaxifahrer an.Ich sehe ihr tief in die Augen, sie schaut zur?ck und ich bemerkenochmal ihre au?ergew?hnliche Sch?nheit. Nach einem etwas zu langenBlick in die Augen verabschieden wir uns mit jeweils einem Ku? auf dieWangen und einer ebenfalls m?glicherweise einen Tick zu langen Umarmung,gepaart mit gegenseitigen Beteuerungen, wie sch?n der gemeinsame Abenddoch war.Als ich schlie?lich bei der Liebsten ankomme, w?hne ich diese schonl?ngst im Bett. Weit gefehlt. Sie blieb nat?rlich solange wach, bisich wieder zuhause ankomme und ihr vom Verlauf des Abends berichtenkann."Und? Wie war's?"st?rmt sie mir entgegen."Oh, alleine f?r diesen Abendhat sich diese Reise zu Dir gelohnt"entgegene ich souver?n, was zueinem am?sierten, aber etwas skeptischen Blick ihrerseits f?hrt:"Dumeinst also, Du hast das Testessen bestanden?""Mit Bravour"entgegeneich, w?hrend ich die Aspirin-Tablette in mein Glas fallen lasse, wo sieanf?ngt zu sprudeln und beginnt, sich langsam aufzul?sen."Na, das werden wir ja morgen sehen"stellt sie fest, bevor ichschlie?lich das Licht l?sche.Meine Einsch?tzung mu? anscheinend nicht v?llig falsch gewesen sein.Nach einer Beratung der beiden Schwestern war man sich einig, da?bedenkenlos die H?chstnote vergeben werden k?nne - ja man dachte gar?ber die Einf?hrung eines"Summa Cum Laude"nach."Ich hab's Dir jagesagt"meine ich augenzwinkernd zu ihr, wenn ich auch bis heute nichtgenau wei?, welche Informationen ?ber diesen Abend denn nuntats?chlich zwischen den Schwestern ausgetauscht wurden.Als ich meine inzwischen verflossene Lebensgef?hrtin nach einigenJahren wiedersehe, kommen wir nach kurzer Zeit ins freudige Erz?hlen?ber alte Zeiten.Ich teile ihr beil?ufig mit, da? ich inzwischen ebenfalls erwogen habe,das Testessen gemeinsam mit einem alten Freund auch bei mir einzuf?hren,da ich vom Charme dieser Idee nach wie vor angetan sei - was wohl nichtzuletzt auch mit dem damaligen Abendverlauf zusammenh?ngen d?rfte."Was f?r ein Testessen?"fragt sie und ich antworte etwas verwundert:"Na, damals mit Deiner Schwester. Was ist denn damit? Gab es neueKandidatenbewertungen in letzter Zeit?""Das Testessen wurde abgeschafft"teilt sie mir in etwas eisigerStimme mit."Abgeschafft?"frage ich verbl?fft?"Ja", f?hrt sie aus, es sei da zu einem kleinen Zwischenfall gekommen.Nach meinem Ausscheiden aus ihrem Liebesleben habe es wohl einigeweitere Testessen gegeben - wenn nat?rlich auch nicht mit denBewertungen wie bei mir, teilt sie mir mit."Und?", frage ich,"warumwurden denn die Testessen dann nun abgeschafft? Mangelte es angeeigneten Kandidaten?"Es habe habe da vor einiger Zeit einen recht attraktiven jungen Herrenin ihrem Leben gegeben, der sich anscheinend weniger durch seineIntelligenz als vielmehr durch seine sonstigen maskulinen Qualit?tenauszeichnete."Und? Kam es zum Testessen?"frage ich neugierig.Nicht nur zum Essen sei es gekommen. Er habe aber wohl die gesch?tzteSchwester mit dem Nachtisch verwechselt - und diese habe sicherstaunlicherweise nicht dagegen gewehrt, sondern sich offensichtlichwohl ?u?erst gern vernaschen lassen."Ach was", stelle ich loriotartig am?siert fest und erfrage, wie sichdenn dieser diplomatische Zwischenfall auf die schwesterlichenBeziehungen ausgewirkt habe.Oh, das sei gar kein Problem gewesen. Sicherlich habe es eine kurzePhase der Abk?hlung gegeben, diese sei aber nicht von langer Dauergewesen. Blut sei schlie?lich dicker als Wasser."Und was ist mit dem Verf?hrer?", frage ich.Auch hier sei man sich schnell einig gewesen. Nach einer kurzen Beratungim schwesterlichen Familienrat stellte man fest, da? die Schuld an derganzen Misere vor allem dem Liebhaber zuzuschreiben sei. Es sei einfachunm?glich gewesen, da? er sich der Schwester unziemlich gen?hrt habe.Damit war das Thema abgehakt: Der Liebhaber wurde kollektiv versto?en- man gehe aber davon aus, da? er sich schnell getr?stet habe -, diebeiden Schwestern vertrugen sich und waren fortan wieder ein Herz undeine Seele.Nur ein Testessen, das habe bis zum heutigen Tage nicht wiederstattgefunden.[Diesen Artikel als Podcast h?ren|Podcast-Feed bei iTunes abonnieren]

[ Mit, 19 Okt 2005 00:12:55 GMT ]


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